Sonntag
am frühen Morgen. Kein Mensch zu sehen, die Straßen
leer. Noch schlafen sie. Noch ruhen sie.
"Wissen
sie eigentlich wie viele ihren Job gerne machen würden?"
Beim
Bäcker stehen sie schon Schlange. "Sechs Brötchen
und die Bild, bitte."
Das
kollektive Erwachen beginnt. Bald strömen sie wieder.
Raus aus ihren Bunkern. Bevölkern Straßen, Plätze,
Landschaften. Sind überall, waren überall, kein
Platz sicher.
"Gestern
starben 15.000 bei einem Erdbeben."
Jetzt
sind sie wach. Ich bin zu Hause geblieben. In meinem Bunker.
In meinem Rest Individualität.
"276
Menschen nach Flugzeugabsturz vermißt."
Morgen
muß ich wieder los. Arbeit suchen. Nicht so leicht bei
dem Andrang. Wollen denn alle das gleiche tun wie ich?
"Die
6 Milliarden sind voll."
Ich
will arbeiten können. Ich will leisten dürfen. An
einem Ort meiner Wahl.
"Bei
uns kommen auf jeden Arbeitsplatz 70 Bewerber."
Wollt
ihr mich nicht? Ich will aber. Darf ich das nicht?
Ich
will leben. Mein Leben leben.
"Flugzeuge
der Bundeswehr haben Lebensmittel für 25.000 Flüchtlinge
abgeworfen."
Alle
wollen leben. Ich bin da nicht alleine. Das bestimmt nicht.
Sechs
Milliarden. Unvorstellbar. Alle so wie ich. Zwei Beine, Kopf,
zwei Arme. Und wollen Leben. Wollen sie sein. Wollen gut sein.
Wollen ganz sein. Ich auch, verdammt!
"7.000
sterben bei Jahunderthochwasser."
Und
sechs Milliarden wollen auch arbeiten. Und bald sind es auch
sieben und dann acht. Gibt es Arbeit für acht Milliarden?
"40.000
Arbeitslose weniger als im letzten Jahr."
Sechs
Milliarden sind sechstausend Millionen.
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