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| author:
dr. max-joseph kraus |
Zuletzt geändert
am:
18.06.2001 21:17
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Oede
Ich habe
mir Mühe gegeben. Das ist sicher. Habe alles probiert. Gekifft, Gebetet,
Geliebt, Gehaßt.
Ich gehöre
zur Generation X. Und auch ein wenig zur Generation Y. Nichtssagende Namen,
die doch dadurch gerade das Lebensgefühl einer Generation ausdrücken.
Andere wollten etwas bewegen, hatten Ideale, kämpften für ihre Überzeugungen.
Wir nicht. Wir suchen das Glück. Mehr nicht. Und auch nicht weniger. Das
Glück. Irgendwie haben es ja alle gesucht. Nur daß sie eine Vorstellung
davon hatten, wie denn dieses Glück aussehen könnte. Wir nicht. Wir
sind desillusioniert, haben keine Ideale mehr und auch keine Idole. Keine Ideologie
und auch keine Idee, wie denn dieses ominöse Glück aussehen könnte.
Wir kennen es als Gefühl, das den Körper durchströmt, haben es
in guten Momenten erfahren, wissen, daß sich etwa ähnliches auch
auf rein chemischen Wegen produzieren läßt. Aber wo es herkommt???
An alles
haben die vor uns schon geglaubt. An Gott, an Geld, an Macht, an Sex und Drogen,
an ein staatliches System und an die völlige Freiheit. Glücklich geworden
ist keiner damit. Die Geschichte steht vor uns, das Drama der Kirchen, das Scheitern
der Systeme, die Tragik des Kapitalismus. Alles das hat zu Gewalt, Unterdrückung
und bestens noch zu Glück auf Kosten der anderen geführt.
Schlechte
Beispiele haben wir genug. Das macht allein schon die Menge der Menschen. Nur
an guten Beispielen, da mangelt es uns. Wem soll man noch glauben, wem vertrauen?
Menschen, die ihre Überzeugungen konsequent vertreten, sie begeistern -
hinter allen offenbart sich doch wieder nur die große Leere.
Unaufhörlich
sucht der Mensch das Glück, so lautet der Buchtitel einer russischen Autorin
unserer Tage. Daran glauben wir, wir suchen es, und finden es doch nicht.
mjk 1999
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